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Situation der Opfer bzw. der MigrantInnen


Neben der Aufklärung über rechtsextreme Strukturen wollen wir aber auch auf die Situation der Opfer bzw. der MigrantInnen allgemein aufmerksam machen.

Einer der Betroffenen und unmittelbares Opfer des Brandanschlages ist B.T. Er lebt seit ca. sechs Jahren in Sangerhausen und wohnte in der durch die Brandsätze zerstörten Wohnung.

Er bemerkte das Feuer, als die komplette Küche bereits brannte. Dadurch war es ihm nicht mehr möglich, durch die Wohnungstür zu fliehen. Somit musste er sich durch einen Sprung aus dem Fenster des Schlafzimmers retten.

B.T. weiß aber auch von anderen Übergriffen zu berichten. Der Angriff am Samstag war der dritte innerhalb von drei Monaten. Es wurden bereits zweimal seine Fensterscheiben und einmal die Eingangstür des Hauses zerstört. Am 24. Mai 2006 gab es in der Nähe des Bahnhofs einen rassistisch motivierten Angriff auf ihn. Die Ermittlungen laufen offensichtlich noch.

Wie in Erfahrung gebracht werden konnte, gab es nach den Übergriffen keinerlei Reaktionen durch die Behörden oder andere Personen.

Aus Angst vor weiteren Angriffen konnte er nicht mehr richtig schlafen und versuchte, in den Nächten wach zu bleiben, um dann morgens ab ca. 07.00 Uhr schlafen zu gehen. Denn erst ab da fühlte er sich einigermaßen sicher. Und so war er auch an diesem Morgen noch wach und konnte den Brand rechtzeitig bemerken und fliehen. So traurig wie es klingt, dieser Umstand ist am Morgen des 6. Januar seine Rettung gewesen.

B.T. möchte nicht mehr in Sangerhausen bleiben.

Er hat Angst vor möglichen Racheaktionen der Nazis, da diese sehr genau wissen, wo die MigrantInnen wohnen. Die Ausländerbehörde stellt sich quer und bietet ihm bisher lediglich an, ihn nach Mansfeld zu "verlegen". Dies lehnt er aber ab, da die Naziszene der Region gut vernetzt ist und er dort vor der Rache nicht sicher ist.

Die Situation in der Mohrunger Strasse ist bei allen BewohnerInnen von Angst geprägt. Sie alle befürchten, dass es weitere Angriffe gibt und dass sie die nächsten Opfer sind.

Deshalb müssen sie dabei unterstützt werden, ihre Forderungen zu artikulieren und durchzusetzen.

Es kann z.B. nicht sein, dass es einen gemeinsamen Duschraum im Keller gibt, indem die Duschen über einen Automaten betrieben werden. Um zu duschen müssen Chips in den Automaten geworfen werden, wobei den MigrantInnen nur 3 Chips in der Woche zur Verfügung stehen und jeder Chip für 5 Minuten duschen reicht. Als Begründung muss der zu hohe Strom- und Wasserverbrauch der BewohnerInnen herhalten. Obwohl laut Aussage des Ausländerbeauftragten angeblich "die Bewohner nie vor Ort sind".

Wir fordern Solidarität mit den Opfern und MigrantInnen!

Solche Zustände sind für uns nicht hinnehmbar und gehören kritisiert und geändert!

Gleiches Recht für Alle!

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